Wissensbasis für Selbstständige
Buchhaltungs-Wiki Österreich
63 verständliche Artikel zu Rechnung, Umsatzsteuer und Buchhaltung – geprüft für österreichische Selbstständige, EPU und kleine Unternehmen.
Von A bis Z
Alle Artikel in alphabetischer Reihenfolge
Von AfA bis Vorsteuer: kurze Erklärungen, was in der Praxis zählt und wo du nachlesen kannst.
A
SteuerpraxisAfADie Absetzung für Abnutzung verteilt Anschaffungs- oder Herstellungskosten eines abnutzbaren Anlageguts über seine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer.BuchhaltungAnlagenverzeichnisEin Verzeichnis hält die im Betrieb verwendeten abnutzbaren Wirtschaftsgüter mit ihren maßgeblichen Daten fest; bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnung ist es erforderlich.RechnungAnzahlungsrechnungWird ein Entgelt oder Teilentgelt vor der Leistung vereinnahmt, gelten die Rechnungsregeln sinngemäß; die Endrechnung zieht bereits abgerechnete Anzahlungen samt Steuer ab.SteuerpraxisArbeitsplatzpauschale (Homeoffice)Für Selbständige heißt die relevante Regel Arbeitsplatzpauschale, nicht Arbeitnehmer-Telearbeitspauschale. Sie betrifft wohnraumspezifische betriebliche Kosten unter besonderen Voraussetzungen.SteuerpraxisArbeitszimmerAufwendungen für ein im Wohnungsverband gelegenes Arbeitszimmer sind nur abzugsfähig, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit bildet.BuchhaltungAufbewahrungspflichtBücher, Aufzeichnungen und zugehörige Belege sind grundsätzlich sieben Jahre aufzubewahren; bei anhängigen Abgabenverfahren kann die Pflicht länger dauern.
B
Buchhaltung · PraxisbegriffBankbelegEin Kontoauszug oder Zahlungsnachweis ist ein Beleg für einen Bankvorgang; „Bankbeleg“ ist dabei ein Praxisbegriff, kein eigener gesetzlicher Belegtyp.BuchhaltungBarumsatzAls Barumsatz gelten Zahlungen in Bargeld, aber auch mit Bankomat- oder Kreditkarte, vergleichbaren elektronischen Zahlungsformen, Barschecks und bestimmten Gutscheinen.BuchhaltungBelegEin Beleg dokumentiert einen Geschäftsvorfall und ermöglicht die Prüfung einer Buchung oder Aufzeichnung. Er ist die Verbindung zwischen Realität und Buchhaltung.BuchhaltungBelegerteilungUnternehmer müssen über empfangene Barzahlungen für Lieferungen und sonstige Leistungen einen Beleg erteilen; ein unmittelbar verfügbarer elektronischer Beleg genügt.SteuerpraxisBetriebsausgabeBetriebsausgaben sind Aufwendungen oder Ausgaben, die durch den Betrieb veranlasst sind. Private Lebensführung bleibt grundsätzlich außerhalb des Abzugs.BuchhaltungBuchführungspflichtDas UGB erfasst unter anderem Kapitalgesellschaften und – abhängig von Rechtsform und Umsatz – weitere Unternehmer. Für die sonstigen erfassten Unternehmer ist mehr als 700.000 Euro Umsatz je Betrieb maßgeblich; die Rechtsfolge tritt regelmäßig erst nach zwei aufeinanderfolgenden Überschreitungen ein.
D
Rechnung · PraxisbegriffDauerrechnungEine Dauerrechnung ist kein eigener gesetzlicher Rechnungstyp. Für Mietverträge und vergleichbare Dauerleistungen kann sie funktionieren, wenn Zeitraum und Pflichtangaben ausreichend bestimmt sind.Buchhaltung · PraxisbegriffDoppelte BuchhaltungDie doppelte Buchhaltung ist die in der Praxis übliche kontenbezogene Erfassung jedes Geschäftsvorfalls. Rechtlich müssen die Bücher die Geschäftsvorfälle nachvollziehbar darstellen.RechnungDurchschriftWer Rechnungen ausstellt, muss eine Durchschrift oder Abschrift anfertigen und sieben Jahre aufbewahren. Bei E-Rechnungen müssen Echtheit, Unversehrtheit und Lesbarkeit erhalten bleiben.
E
RechnungE-Rechnung & XRechnungEine elektronische Rechnung setzt die Zustimmung des Empfängers sowie Echtheit der Herkunft, Unversehrtheit und Lesbarkeit voraus. XRechnung ist kein im österreichischen UStG vorgeschriebenes Format.Buchhaltung · PraxisbegriffE/A-Bericht„E/A-Bericht“ ist ein Praxisname für eine Auswertung der Einnahmen und Ausgaben; das Gesetz schreibt keinen Bericht mit genau dieser Überschrift vor.Buchhaltung · PraxisbegriffEigenbelegEin Eigenbeleg ist ein selbst erstellter Nachweis, wenn nach Art der Ausgabe kein Fremdbeleg erhältlich ist. Er ist ein Praxisbegriff und ersetzt keinen vorhandenen Originalbeleg.BuchhaltungEinlageEine Einlage bringt Geld oder Wirtschaftsgüter aus dem privaten Bereich in den Betrieb. Sie ist nicht einfach ein betrieblicher Umsatz.BuchhaltungEinnahmen-Ausgaben-RechnungDiese vereinfachte Gewinnermittlung erfasst Betriebseinnahmen und Betriebsausgaben grundsätzlich nach dem Zufluss- und Abflussprinzip.BuchhaltungEntnahmeEine Entnahme ist die private Verwendung oder Herausnahme von Geld oder Wirtschaftsgütern aus dem Betrieb. Sie ist keine Betriebsausgabe.
F
BuchhaltungForderungEine Forderung ist ein Zahlungsanspruch gegen einen Kunden. In der offenen-Posten-Verwaltung zeigt sie eine noch nicht beglichene Rechnung.RechnungFortlaufende RechnungsnummerDie Rechnungsnummer muss einmalig zur Identifizierung vergeben werden. Eine oder mehrere Zahlenreihen sind zulässig.
G
SteuerpraxisGeringwertiges WirtschaftsgutSelbstständig nutzbare, abnutzbare Wirtschaftsgüter können bis zu 1.000 Euro im Jahr der Anschaffung oder Herstellung sofort abgesetzt werden.SteuerpraxisGewinnfreibetragDer Gewinnfreibetrag ist eine einkommensteuerliche Begünstigung für natürliche Personen mit betrieblichen Einkünften; Voraussetzungen und Umfang regelt § 10 EStG.RechnungGutschriftUmsatzsteuerlich meint Gutschrift das Abrechnen durch den Leistungsempfänger (Self-Billing), nicht bloß eine Preisreduktion. Sie kann nur unter gesetzlichen Voraussetzungen als Rechnung wirken.
I
UmsatzsteuerInnergemeinschaftliche LieferungEine B2B-Warenlieferung von Österreich in einen anderen EU-Mitgliedstaat kann bei erfüllten Voraussetzungen steuerfrei sein. Dazu gehören insbesondere Warenbewegung, UID und Nachweise.SteuerpraxisInvestitionsfreibetragDer Investitionsfreibetrag ist eine zusätzliche steuerliche Begünstigung für Anschaffungs- oder Herstellungskosten bestimmter abnutzbarer Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens.UmsatzsteuerIstbesteuerungBei der Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten entsteht die Umsatzsteuerschuld grundsätzlich mit Ablauf des Monats, in dem das Entgelt vereinnahmt wurde.
K
Buchhaltung · PraxisbegriffKassabuch„Kassabuch“ ist die Praxisbezeichnung für die geordnete Aufzeichnung von Bargeldbewegungen. Bareingänge und Barausgänge sind bei Buchführung täglich einzeln festzuhalten.SteuerpraxisKilometergeldBei gelegentlicher betrieblicher Nutzung eines privaten Kfz kann derzeit Kilometergeld von 0,50 Euro je Kilometer angesetzt werden; maßgeblich sind die Voraussetzungen für Reisekosten.RechnungKleinbetragsrechnungBei Rechnungen bis 400 Euro Gesamtbetrag gelten erleichterte Angaben. Für bestimmte EU- und Reverse-Charge-Fälle ist diese Vereinfachung ausgeschlossen.UmsatzsteuerKleinunternehmerregelungDie Umsatzsteuerbefreiung greift bei höchstens 55.000 Euro Umsatz im vorangegangenen und laufenden Kalenderjahr; bei Überschreitung um höchstens 10 Prozent kann sie bis Jahresende weiter gelten.
M
BuchhaltungMahnung & VerzugszinsenEine Mahnung ist ein Praxisinstrument zur Einforderung einer offenen Zahlung. Bei vom Schuldner zu verantwortender Verzögerung unternehmensbezogener Geldforderungen beträgt der gesetzliche Zinssatz 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.UmsatzsteuerMehrwertsteuer / UmsatzsteuerDie Umsatzsteuer ist die Steuer auf steuerbare Umsätze. Die konkrete Behandlung hängt von Leistungsort, Steuersatz, Befreiungen und dem jeweiligen Geschäftsvorfall ab.
O
Buchhaltung · PraxisbegriffOffene Posten„Offene Posten“ ist ein Praxisbegriff für noch nicht ausgeglichene Forderungen und Verbindlichkeiten. Das Gesetz schreibt keinen Bericht mit diesem Namen vor.UmsatzsteuerOSS (One-Stop-Shop)Der OSS ermöglicht, bestimmte EU-Umsätze zentral elektronisch zu erklären und zu bezahlen. Er betrifft insbesondere bestimmte B2C-Leistungen und Versandhandelsumsätze, nicht gewöhnliche B2B-Rechnungen.
P
SteuerpraxisPrivatanteilEin Privatanteil trennt bei gemischt veranlassten Kosten den nicht betrieblich abzugsfähigen Teil ab. Private Lebensführung darf grundsätzlich nicht als Betriebsausgabe abgezogen werden.Rechnung · PraxisbegriffProforma-RechnungEine Proforma-Rechnung ist kein eigener gesetzlicher Rechnungstyp und wird etwa für Zoll oder Vorauskasse verwendet. Ihre Bezeichnung schützt aber nicht, wenn sie tatsächlich über eine Leistung abrechnet.
R
RechnungRechnungAls Rechnung gilt jede Urkunde, mit der ein Unternehmer über eine Lieferung oder sonstige Leistung abrechnet – unabhängig davon, wie sie im Geschäftsverkehr heißt.RechnungRechnungsberichtigungBei ungeschuldet ausgewiesener Umsatzsteuer ist die Rechnung gegenüber dem Empfänger zu berichtigen. Ändert sich die Bemessungsgrundlage, sind Steuer und Vorsteuer im zutreffenden Zeitraum zu berichtigen.RechnungRechnungspflichtBei Umsätzen an Unternehmer für deren Unternehmen und an nichtunternehmerische juristische Personen besteht grundsätzlich Rechnungspflicht; für bestimmte Fälle gelten Sonderregeln und Fristen.RechnungRechnungspflichtangabenVollständige Rechnungen enthalten insbesondere Namen und Anschriften, Leistungsbeschreibung, Leistungsdatum oder -zeitraum, Entgelt, Steuersatz bzw. Befreiungshinweis, Steuerbetrag, Ausstellungsdatum, Nummer und je nach Fall UID.BuchhaltungRegistrierkasseEin elektronisches Aufzeichnungssystem ist grundsätzlich verpflichtend, wenn der Jahresumsatz 15.000 Euro und die Barumsätze 7.500 Euro pro Betrieb und Jahr überschreiten. Barumsätze umfassen auch Kartenzahlungen.UmsatzsteuerReverse ChargeReverse Charge bedeutet: In gesetzlich geregelten Fällen schuldet der Leistungsempfänger die Umsatzsteuer. Die Rechnung enthält dann dessen UID und den Hinweis auf seine Steuerschuldnerschaft, aber keinen gesonderten USt-Ausweis.
S
RechnungSkontoSkonto ist ein vertraglich vereinbarter Preisnachlass bei rascher Zahlung. Vermindert sich dadurch das Entgelt, kann eine Umsatzsteuerberichtigung ausgelöst werden.SteuerpraxisSteuererklärungDie Einkommensteuererklärung dient der Veranlagung und umfasst die gesetzlich relevanten Angaben und Beilagen. Für Selbständige sind je nach Gewinnermittlung die passenden Beilagen vorgesehen.Buchhaltung · PraxisbegriffSteuerpaket„Steuerpaket“ ist kein gesetzlicher Begriff. Gemeint ist meist die geordnete Sammlung von Belegen, Auswertungen und offenen Fragen für die Steuererklärung oder Beratung.UmsatzsteuerSteuersatzDer Normalsteuersatz beträgt 20 Prozent. Ermäßigte Sätze gelten nur für gesetzlich bestimmte Umsätze; dazu gehören 10 und 13 Prozent sowie seit 1. Juli 2026 4,9 Prozent für die in Anlage 3 UStG genannten Waren.Rechnung · PraxisbegriffStornoStorno ist kein gesetzlich definierter Rechnungstyp. Im Alltag bezeichnet es die Aufhebung oder Korrektur einer Rechnung; die Umsatzsteuerfolgen richten sich nach Berichtigung und Entgeltänderung.
U
UmsatzsteuerUID-NummerDie Umsatzsteuer-Identifikationsnummer wird vom Finanzamt erteilt und ist in den gesetzlich vorgesehenen Rechnungs- und EU-Geschäftsfällen anzugeben. Bei bestimmten Inland-B2B-Rechnungen über 10.000 Euro ist auch die Empfänger-UID relevant.UmsatzsteuerUmsatzsteuervoranmeldungDie Umsatzsteuervoranmeldung (UVA) meldet Umsatzsteuer und Vorsteuer für den maßgeblichen Voranmeldungszeitraum. Die Regelungen zu Abgabe, Zahlung und Verfahren stehen in § 21 UStG.UmsatzsteuerUSt-AusweisBei steuerpflichtigen Rechnungen sind Entgelt, Steuersatz und gesonderter Steuerbetrag auszuweisen. Ein ungeschuldeter Ausweis kann selbst eine Steuerschuld auslösen, bis die Rechnung berichtigt ist.
V
BuchhaltungVerbindlichkeitEine Verbindlichkeit ist eine eigene Zahlungspflicht gegenüber Dritten, etwa aus einer Lieferantenrechnung. In der Buchhaltung wird sie von einer Forderung getrennt betrachtet.UmsatzsteuerVorsteuerabzugUnter den gesetzlichen Voraussetzungen kann ein Unternehmer die in einer ordnungsgemäßen Rechnung gesondert ausgewiesene Umsatzsteuer für betriebliche Eingangsleistungen als Vorsteuer abziehen.
Z
Buchhaltung · PraxisbegriffZahlungserinnerungEine Zahlungserinnerung ist ein Praxisinstrument vor oder neben einer Mahnung; sie ist kein gesetzliches Pflichtfeld einer Rechnung und kein eigener Rechnungstyp.Rechnung · PraxisbegriffZahlungszielDas Zahlungsziel ist die vertraglich oder auf der Rechnung kommunizierte Fälligkeit. Es gehört nicht zu den in § 11 UStG aufgezählten allgemeinen Pflichtangaben einer Rechnung.UmsatzsteuerZusammenfassende MeldungDie ZM meldet bestimmte innergemeinschaftliche Lieferungen, Verbringungen und grenzüberschreitende B2B-Dienstleistungen mit Reverse Charge. Sie ist für diese EU-Sachverhalte ein eigener Meldeprozess.
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