Kurz erklärt
Was bedeutet Mahnung & Verzugszinsen?
Eine Mahnung ist ein Praxisinstrument zur Einforderung einer offenen Zahlung. Bei vom Schuldner zu verantwortender Verzögerung unternehmensbezogener Geldforderungen beträgt der gesetzliche Zinssatz 9,2 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz.
Österreichische Einordnung
Was gilt in Österreich?
Mahnungen strukturieren die Einbringung offener Forderungen. Für Verzugszinsen im Unternehmergeschäft sind Fälligkeit, Verantwortlichkeit des Schuldners und der jeweils maßgebliche Basiszinssatz entscheidend.
Praktische Umsetzung
Was bedeutet das im Alltag?
Dokumentiere Rechnungsdatum, Zahlungsziel und Kommunikation; der konkrete Basiszinssatz wird halbjährlich bestimmt.
Praxisbeispiel
So sieht das konkret aus
B2B-Verzugszinsen für 30 Tage im zweiten Halbjahr 2026
Eine unternehmensbezogene Forderung über 3.000 € ist 30 Tage in Verzug. Im Beispiel ist der Schuldner für die Verzögerung verantwortlich; der Basiszinssatz beträgt am 1. Juli 2026 1,53 Prozent.
Gesetzlicher Jahreszinssatz
1,53 % + 9,2 Prozentpunkte
= 10,73 %
Zinsen für 30 Tage
3.000 € × 10,73 % × 30 ÷ 365
= 26,46 €
Ergebnis
Für den angenommenen Zeitraum ergeben sich gerundet 26,46 € Verzugszinsen.
Wichtig: Verantwortlichkeit, Vertragsart, Fälligkeit, Zeitraum und der für das jeweilige Halbjahr maßgebliche Basiszinssatz sind im Einzelfall zu prüfen.
Prüfliste
Darauf solltest du achten
- Fälligkeit und offenen Betrag vor Versand prüfen.
- Rechnung, Zahlungsziel und bisherige Kommunikation dokumentieren.
- Verzugszinssatz nicht als dauerhaft fixen Gesamtwert hinterlegen.
Nachweise
Quellen
Die rechtliche Einordnung dieses Artikels stützt sich auf folgende österreichische Quellen: